Digitales Vertragsmanagement: Verträge digital verwalten
Die Themen im Überblick:
- ➜ Was ist digitales Vertragsmanagement?
- ➜ Aufgaben der digitalen Vertragsverwaltung
- ➜ Vorteile des digitalen Vertragsmanagements
- ➜ Künstliche Intelligenz im digitalen Vertragsmanagement
- ➜ Einführung eines Contract Lifecycle Managements
- ➜ Passende CLM-Software finden?
- ➜ Häufige Fragen zum digitalen Vertragsmanagement
Verträge begleiten nahezu jeden Geschäftsprozess. Gleichzeitig verursachen verstreut abgelegte Dokumente, manuelle Freigaben und übersehene Fristen oft unnötigen Aufwand und Risiken.
Digitales Vertragsmanagement bündelt alle vertragsrelevanten Informationen an einem zentralen Ort und schafft Transparenz über den gesamten Vertragslebenszyklus hinweg: Von der Erstellung und Prüfung über die digitale Signatur bis hin zur Archivierung gestalten sich Arbeitsabläufe strukturiert und nachvollziehbar. Mitarbeitende können ortsunabhängig auf Verträge zugreifen, gemeinsam an Dokumenten arbeiten und behalten Fristen jederzeit im Blick. So lassen sich Abläufe beschleunigen, Compliance-Anforderungen einfacher erfüllen und Geschäftsbeziehungen effizient verwalten.
Was bedeutet der Begriff „Vertragsmanagement“
Vertragsmanagement ist die Planung, Steuerung und Überwachung aller Prozesse rund um einen Vertrag. Es begleitet den gesamten Vertragslebenszyklus, von der Erstellung und Verhandlung über die Freigabe und Unterzeichnung bis hin zur Verlängerung oder Beendigung eines Vertrags.
Ziel des Vertragsmanagements ist es, Vertragsprozesse effizient zu gestalten, Risiken zu minimieren und die Einhaltung von Fristen, rechtlichen Vorgaben sowie internen Richtlinien sicherzustellen. Unternehmen behalten dadurch jederzeit den Überblick über ihre vertraglichen Verpflichtungen und können schneller auf Änderungen reagieren.
Häufig werden die Begriffe Vertragsmanagement und Vertragsverwaltung synonym verwendet. Tatsächlich geht Vertragsmanagement jedoch deutlich weiter. Während sich die Vertragsverwaltung vor allem auf die Ablage, Organisation und Archivierung von Vertragsdokumenten konzentriert, umfasst das Vertragsmanagement den gesamten organisatorischen und strategischen Umgang mit Verträgen.
Digitale Vertragsverwaltung versus Vertragsmanagement?
Kurz gesagt: Eine Vertragsverwaltung konzentriert sich auf Dokumente, das Vertragsmanagement auf Prozesse.
Die digitale Vertragsverwaltung bildet die administrative Basis eines modernen Vertragsmanagements. Sie sorgt dafür, dass Verträge, Vertragsdaten und Fristen zentral erfasst und bereitgestellt werden.
Das Vertragsmanagement geht einen Schritt weiter. Es umfasst die Steuerung und Überwachung des gesamten Vertragslebenszyklus, von der Erstellung und Verhandlung über Freigaben und Signaturen bis hin zur Verlängerung oder Beendigung eines Vertrags.
Digitale Contract Lifecycle Management-Softwarelösungen verbinden beide Bereiche und unterstützen Unternehmen entlang des gesamten Vertragslebenszyklus. Idealerweise decken Software-Lösungen sämtliche Phasen des Vertragslebenszyklus ab. Sie verknüpfen die administrative Vertragsverwaltung mit den organisatorischen und strategischen Aufgaben des Vertragsmanagements.
Die einzelnen Phasen eines Vertrags über den gesamten CLM-Prozess
Vorteile des digitalen Vertragsmanagements
Digitales Vertragsmanagement unterstützt Unternehmen dabei, Vertragsprozesse effizienter und rechtssicherer zu gestalten. Daraus ergeben sich zahlreiche Vorteile:

Künstliche Intelligenz im digitalen Vertragsmanagement
KI unterstützt Vertragsverantwortliche bei der Analyse großer Vertragsbestände. Sie kann beispielsweise:
- Vertragsdaten auslesen,
- Verträge klassifizieren,
- Klauseln identifizieren,
- Fristen erkennen,
- Vertragsbestände analysieren und
- Auffälligkeiten hervorheben.
Dadurch lassen sich Informationen schneller finden und manuelle Prüfaufwände reduzieren. Dabei unterstützt KI insbesondere bei Routineaufgaben, die bislang manuell durchgeführt werden mussten. Fachliche, rechtliche und wirtschaftliche Entscheidungen verbleiben jedoch weiterhin beim Menschen.
Welche Voraussetzungen müssen für den effizienten Einsatz von KI gegeben sein?
Damit KI ihr Potenzial im Vertragsmanagement entfalten kann, müssen Vertragsdokumente digital verfügbar und zentral zugänglich sein. Nur wenn Verträge, Vertragsdaten und vertragsbegleitende Informationen strukturiert vorliegen, können KI-Systeme diese Inhalte effizient analysieren.
Wichtige Voraussetzungen sind:
- zentrale Vertragsbestände
- digital verfügbare Vertragsdokumente
- strukturierte Vertragsdaten
- einheitliche Ablage- und Berechtigungskonzepte
- definierte Vertragsmanagement-Prozesse
Je höher die Datenqualität und je strukturierter die Vertragsinformationen vorliegen, desto zuverlässiger können KI-Systeme relevante Informationen identifizieren und auswerten.
Darüber hinaus müssen Datenschutz-, Sicherheits- und Compliance-Anforderungen berücksichtigt werden. Dazu gehören unter anderem Berechtigungskonzepte, die DSGVO-konforme Verarbeitung von Vertragsdaten sowie die Einhaltung unternehmensinterner Richtlinien.
Kurz gesagt: Der Nutzen von KI entsteht nicht allein durch das Modell selbst. Er entsteht durch die Kombination aus digitalem Vertragsmanagement, hochwertigen Daten und standardisierten Prozessen.
Was kann KI nicht leisten?
KI liefert keine rechtlich verbindlichen Bewertungen und übernimmt keine Verantwortung für Vertragsentscheidungen. Künstliche Intelligenz kann jedoch Verträge analysieren, Informationen extrahieren und auf Auffälligkeiten hinweisen.
Selbst wenn KI-Systeme bestimmte Klauseln, Fristen oder potenzielle Risiken identifizieren, handelt es sich zunächst um statistisch ermittelte Ergebnisse. Die Modelle erkennen Muster und ermitteln Wahrscheinlichkeiten, nicht jedoch die rechtliche oder wirtschaftliche Tragweite eines Vertrags.
Deshalb müssen die identifizierten Inhalte weiterhin durch Fachabteilungen, Vertragsverantwortliche oder die Rechtsabteilung geprüft und bewertet werden.
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Contract Lifecycle Management im Unternehmen einführen
Die Einführung von digitalem Vertragsmanagement beginnt mit einer Analyse der eigenen bestehenden Vertragsprozesse. Unternehmen müssen zunächst prüfen, wie Ihre Verträge erstellt, geprüft, freigegeben, unterzeichnet und archiviert werden und an welchen Stellen Medienbrüche, manuelle Arbeitsschritte oder Informationsverluste entstehen.
Auf Basis dieser Status-quo-Analyse lassen sich die Anforderungen an die zukünftige CLM-Lösung definieren. Neben fachlichen Anforderungen spielen dabei auch Compliance-Vorgaben, Rollen- und Rechtekonzepte sowie die Integration in bestehende ERP-Systeme eine wichtige Rolle.
Nach der Auswahl der Software folgt die technische und organisatorische Einführung. Idealerweise integriert sich die CLM-Lösung nahtlos in vorhandene ERP-, CRM- oder Dokumentenmanagement-Systeme und fügt sich in bestehende Geschäftsprozesse ein.


